7 Tipps für ein erfolgreiches Offboarding

Nicht nur der erste Eindruck zählt. Gerade im beruflichen Kontext spielt der letzte Eindruck eine entscheidende Rolle. Offboarding und Outplacement sollten also für Unternehmen genauso zur Strategie gehören, wie Recruitingprozesse.

Wenn Mitarbeitende kündigen, herrscht oftmals eine toxische Stimmung zwischen den Beteiligten. Es fallen Sätze wie “Woanders wirds auch nicht besser” oder “Na, wenn das mal gut überlegt ist”. Der Spruch “Aus den Augen aus dem Sinn” findet schon Anwendung, obwohl der Mitarbeitende noch einige Zeit im Unternehmen verbringen wird.

Das kann für Unternehmen absolut schlecht ausgehen und die Arbeitgebermarke nachhaltig schädigen. Denn wenn Menschen das Unternehmen verlassen und der Ausstieg unnötig erschwert wird, ist das der letzte Eindruck den Unternehmen und Führungskräfte hinterlassen. Und bekanntermaßen beschweren sich unzufriedene und verärgerte Teammitglieder häufiger. Es finden sich also nicht allzu selten im Anschluss schlechte Arbeitgeberbewertungen in unterschiedlichen Portalen wieder.

Laut einer Befragung schauen etwa 52 % der Bewerbenden auf genau diese Bewertungen im Internet. Und das wird Unternehmen nicht gerade dabei helfen neue Mitarbeitende für sich zu gewinnen.

Es gibt jedoch einige wirkungsvolle Maßnahmen, wie die Trennung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden professionell und fair laufen kann.

1. Ehrliche Kommunikation

Wenn eine Kündigung im Raum steht, sollte darüber gesprochen werden, weil es eine große Chance auf eine ehrliche Kommunikation bieten kann. Alle Beteiligten sollten ernsthaft daran interessiert sein, den Grund für die Kündigung zu erfahren, um so auch einen Lerneffekt daraus ziehen zu können.

Schließlich ergibt sich daraus die Chance zu erkennen, ob und welche Faktoren die Kündigung beeinflusst haben und welche Maßnahmen in Zukunft dagegen wirken können. Außerdem sollte den Mitarbeitenden erläutert werden wie das weitere Vorgehen bezüglich des Ausscheidungsprozesses sein wird.

Die befreiende Wirkung einer Kündigung, unabhängig welche Seite diese ausgelöst hat, könnte zu einem ehrlichen Dialog über die wahren Gründe führen, ohne Harmoniebedürfnis. Oftmals ist die vorherige Kommunikation von Angst und Vorbehalten geprägt, die Beteiligten agieren wie mit einer Maske.

2. Unterstützungsmaßnahmen anbieten

Im Idealfall werden die Beschäftigten nach der Kündigung nicht allein gelassen. Je nach Grund des Ausscheidens oder auch der weiteren Laufbahn können Unternehmen ihre Mitarbeitenden unterstützen. Das Outplacement umfasst verschiedene Maßnahmen der beruflichen Neuorientierung.

Beispielsweise können hilfreiche Kontakte hergestellt werden oder auch die Bewerbungsunterlagen für die neue Stelle von der Personalabteilung gecheckt werden. Oftmals ist auch eine Freistellung von der Arbeit hilfreich, wenn sie zum Beispiel in Verbindung mit einem neuen Job auch ein Umzug planen oder in die Selbstständigkeit starten wollen.

3. Formalien gemeinsam erledigen

Nach einer Kündigung fallen einige formelle Dinge an, die erledigt werden müssen. Unternehmen sollten dies gemeinsam mit den Mitarbeitenden erledigen. Eine Checkliste kann helfen, um einerseits nichts Wichtiges zu vergessen und andererseits eine Orientierung für die restliche Zeit im Unternehmen zu geben.

4. Feedback von beiden Seiten

Ein ehrliches Feedback von beiden Seiten ist wichtig, um mit einem guten Gefühl auseinander gehen zu können. Es ist vor allem ratsam, die Mitarbeitenden um ein Feedback zum Offboarding-Prozess zu beten. Denn auch so können Unternehmen das Vorgehen immer wieder anpassen und verbessern.

Auf der anderen Seite können Personalverantwortliche gemeinsam mit dem Mitarbeitenden eine Liste über Tätigkeitsmerkmale, besondere Projekte oder persönlichen Fähigkeiten und Stärken erstellen. Für den weiteren Karriere-Weg ist das absolut hilfreich.

5. Faires Arbeitszeugnis

Wenn Mitarbeitende von sich aus kündigen, egal aus welchen Grund, haben sie dennoch ein Anrecht auf ein ehrliches Arbeitszeugnis. Unternehmen sollten im Arbeitszeugnis die tatsächliche Leistung der gesamten Zeit im Unternehmen bewerten und keinen Ärger über das Arbeitszeugnis austragen.

Wenn Mitarbeitende nach einiger Zeit feststellen, dass der neue berufliche Weg eben doch nicht der richtige ist und zurück in das alte Unternehmen wollen, sollten Personalverantwortliche dies nicht von vornherein ausschließen. Das Unternehmen profitiert hier durch eine erhebliche Kostenersparnis, da keine umfangreiche Einarbeitung stattfinden muss. Das funktioniert allerdings nur, wenn beide Seiten gut auseinander gegangen sind und das Arbeitszeugnis eben keinen Streitpunkt dargestellt hat. 

6. Verabschiedung

Wenn Mitarbeitende den letzten Tag im Unternehmen haben und keiner darüber Bescheid weiß oder keine respektvolle Verabschiedung stattfindet, erhöht sich die Chance, dass diese das Unternehmen mit einem enttäuschten Gefühl verlässt. Das wiederum könnte eine schlechte Bewertung in den gängigen Portalen nach sich ziehen. Außerdem ist eine Abschiedsfeier eine wirklich wertschätzende Geste und gibt auch den verbleibenden Beschäftigten die Chance, sich zu verabschieden.

7. Alumni-Netzwerke aufbauen

Eine wirklich tolle Maßnahme für ein nachhaltiges Offboarding sind Alumni Netzwerke. Ein Alumni-Netzwerk ist ursprünglich ein Zusammenschluss von ehemaligen Hochschulstudierenden, doch immer mehr Unternehmen führen solche Netzwerke ebenfalls ein. Dort kann Kontakt zu ausgeschiedenen Mitarbeitenden gehalten werden und diese können wiederum ihr Wissen anderen Teammitgliedern weitergeben. In einigen Unternehmen übernehmen zum Beispiel Personen, die bereits in Rente sind, die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden und geben Workshops zu Unternehmensspezifischen Themen.

Fazit:

Der Eingang einer Kündigung bedeutet nicht, dass Unternehmen keine Verantwortung mehr für ihre Mitarbeitenden tragen. Mit geplanten und sinnvollen Maßnahmen kann sich das Offboarding sogar positiv auf die Arbeitgebermarke auswirken. Diese Maßnahmen sollten daher genauso gezielt geplant werden wie Recruitingprozesse. Denn der letzte Eindruck bleibt in den Köpfen.

Über EpicWork

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