Fachkräftemangel in Deutschland: Wie Unternehmen jetzt handeln sollten

Immer wieder gibt es Berichte und neue Statistiken über den Fachkräftemangel in Deutschland. Viele Unternehmen sind mit dem Problem konfrontiert, dass sie offene Stellen nicht mit passenden qualifizierten Bewerbenden besetzen können. Kleine und mittlere Unternehmen zeigen sich dabei besonders besorgt: 78 % empfinden es als schwer bis sehr schwer, Fachkräfte zu rekrutieren.

Das hat zur Folge, dass Aufträge nicht fertiggestellt oder angenommen werden können und dem Betrieb ein wirtschaftlicher Schaden droht. Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig, zwei davon werden jedoch immer wieder besonders hervorgehoben:

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel ist in Deutschland bereits angekommen. Es gibt also einen größeren Anteil von Älteren im Vergleich zum Anteil der Jüngeren. Das bedeutet, dass immer weniger arbeitsfähige Menschen auf eine wachsende Wirtschaft treffen.

Digitalisierung

Der Fortschritt an Technologien wird einige Berufe enorm verändern. Auch wenn Maschinen und Roboter immer mehr Aufgaben übernehmen werden, entsteht an dieser Stelle auch ein Bedarf an qualifiziertem Personal. Neue Verantwortungsbereiche mit komplexem Fachwissen müssen übernommen werden. 87 % der Unternehmen gehen davon aus, dass die Digitalkompetenz der Beschäftigten genauso wichtig wird wie fachliche oder soziale Kompetenz.

Welche Branchen sind stark betroffen?

Eine Befragung hat für das Jahr 2020 ergeben, dass 55 % der Unternehmen Engpässe bei Fachkräften erfahren haben und diese auch in 2021 keine Verbesserung erwarten. Der Fachkräftemangel ist geprägt von fehlenden Arbeitskräften mit ganz bestimmten Qualifikationen. Deshalb sind bestimmte Branchen oder Berufe unterschiedlich betroffen:

MINT-Berufe

MINT-Berufe umfassen die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Inhaltlich gehen diese Berufsgruppen auseinander, gemeinsam haben sie aber den Fachkräftemangel. MINT-Berufe erfordern oftmals eine hohe Spezialisierung und eine langjährige Ausbildung. Außerdem ist die Frauenquote mit etwa 15 % in diesen Berufen immer noch sehr gering, was gleichermaßen zum Mangel an Fachkräften führt.

Besonders die Anzahl der besetzenden IT-Stellen haben sich verändert: Während 2017 etwa 55.000 offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt für IT-Experten zu finden waren, ist die Zahl im Jahr 2019 auf 124.000 zu besetzende Stellen gestiegen.

Handwerk

Offene Stellen im Handwerk sind oftmals nur schwer nachzubesetzen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat dazu 2017 eine Betriebsbefragung durchgeführt und kam auf 1.064.000 offene Stellen insgesamt bundesweit.

Pflege

Aus dem Pflegereport der Bertelsmannstiftung geht hervor, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um etwa 50 % ansteigen wird. Zeitgleich nimmt jedoch die Anzahl derjenigen ab, die in der Pflege arbeiten werden. Sollten sich diese Trends weiter fortsetzen, werden fast 500.000 Vollzeitkräfte in der Pflege fehlen.

Womit sollten Unternehmen jetzt anfangen?

Der Fachkräftemangel kann für Unternehmen eine echte Wachstumsbremse sein. Deshalb ist es wichtig, in die Mitarbeiterbindung zu investieren und neue potenzielle Bewerbende vom Unternehmen zu begeistern. Die wichtigsten Ansätze haben wir einmal zusammengefasst:

Wettbewerbsanalyse

Veränderungen im Unternehmen bringen nur Erfolg, wenn sie an den richtigen Stellen passieren. Deshalb sollte jeder Veränderung eine Analyse vorausgehen. Denn wenn der Status quo bekannt ist, können Handlungsmaßnahmen auch wirklich effektiv eingesetzt werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Befragungen

Um als Arbeitgeber wirklich zu wissen, was sich potenzielle Bewerbende wünschen, ist es sinnvoll, aktuelle Befragungen und Statistiken zu beobachten. Noch effektiver ist es allerdings, wenn das Unternehmen eigene Befragungen der Mitarbeitenden durchführt, um zunächst die Zufriedenheit am Arbeitsplatz festzustellen und anschließend Handlungen und Maßnahmen dahingehend anpassen zu können. Es gibt diverse Benefits, die Arbeitgeber anbieten können, um Mitarbeitende und Bewerbende zu begeistern und zu binden.

Arbeitgebermarke aufbauen

Um Mitarbeiter zu binden und neue Fachkräfte zu gewinnen, müssen sich Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt attraktiv positionieren. Eine starke Arbeitgebermarke wird positiv von der Öffentlichkeit, den Mitarbeitern, Kunden und Partnern wahrgenommen. Um eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen, helfen längerfristige Employer-Branding-Kampagnen. Durch Werbung, Präsenz in den Social-Media-Kanälen oder auch Messebesuchen lenkt das Unternehmen die Aufmerksamkeit junger Fachkräfte auf sich.

Weiterbildungen

Die Arbeitswelt verändert sich, die Aufgaben werden immer komplexer und verdichten sich. Um als Unternehmen weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, sind Weiterbildungen der Mitarbeitenden eine wirkungsvolle Maßnahme. Dadurch werden die Fachkenntnisse werden ausgeweitet, die Weiterentwicklung gefördert und die Bindung zum Unternehmen erhöht.

Fazit:

Die Auswahl an Angeboten gegen den Fachkräftemangel ist vielfältig. Wichtig ist, jetzt aktiv zu werden und zu handeln. Wenn Unternehmen ihren Status quo kennen, können sie auch genau passende Maßnahmen entwickeln, um im “War for Talents” bald zu den Gewinnern zu gehören.

Über EpicWork

Die EpicWork AG hat sich voll dem Thema Arbeitgeberattraktivität verschrieben. Im Gegensatz zu konventionellen Beratungsunternehmen basiert unser Ansatz auch auf Softwaretools und der Umsetzung von Maßnahmen. Nur so werden aus guten Ideen auch erfolgreiche Ergebnisse. Wir unterstützen Unternehmen auf dem Weg zum Spitzenarbeitgeber durch Analyse, Beratung und Umsetzung in den Bereichen Unternehmenskultur, Arbeitgebermarke und Führungskultur.