3 Gedanken zum Mindset im Arbeitskontext

Stellen Sie sich eine Gruppe von Menschen vor, die einen großen Stein von der versperrten Straße entfernen wollen, um weiterfahren zu können. Dem einen ist die freie Fläche und damit der schnell weggerollte Stein wichtig, dem anderen die Pflanzen drumherum und einem Dritten der Stein selbst.

Jeder von ihnen würde das Problem anders lösen, um weiterzufahren. Aber wie wäre es, wenn nicht nur jeder das gleiche Ziel hätte, sondern ähnliche Dinge auf dem Weg wichtig wären? Dann können alle zufrieden weiterfahren. Durchleuchten wir doch mal die wesentliche Rolle des Mindsets:

Was bedeutet Mindset genau?

Wenn man es übersetzt, erhält man Begriffe wie Denkweise, Einstellung, Gesinnung, Haltung, Lebensphilosophie und mehr. So unterschiedlich die Erklärungen, so verschieden das Mindset für jeden einzelnen von uns. Es ist unsere Einstellung zu bestimmten Themen. Wie denken, fühlen und handeln wir? Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Diese prägen unser Verhalten und ermutigen oder lähmen uns. 

Ein Mindset ist also so etwas wie ein Erfahrungsfilter, der festlegt, wie wir unsere eigenen Möglichkeiten wahrnehmen. Gehören wir zu den Pessimisten oder zu denen, denen einfach alles gelingt? 

Mit dieser Grundhaltung Ihres Mindsets legen Sie den Grundstein Ihrer gesamten Fähigkeiten − des sogenannten Skillsets − fest. Wer ein offenes, neugieriges Mindset hat, füllt sein Skillset ständig und stetig auf. Mehr noch − er lernt neue Hilfsmittel einzusetzen, also das Toolset zu erweitern. 

Jeder Mitarbeitende Ihres Unternehmens hat solch ein Konstrukt aus Tool-, Skill- und Mindset. Aber auch in Ihrem Unternehmen selbst wird es ein ähnliches Konstrukt aus Werten, Haltungen, Erfahrungen und vielem mehr geben. Mit Kunden, Lieferanten, Behörden, externen und internen Mitarbeitenden. Daraus ergibt sich Ihre Unternehmenskultur, Ihr Umgangston mit allen diesen Personen, Ihre Haltung und Wertung gegenüber Geschäftspartnern. 

Doch wissen Ihre Mitarbeitenden wie es in Ihrem Unternehmen zugeht? Sie werden jetzt mit dem Brustton der Überzeugung bejahen. Natürlich stimmt das, denn Sie haben die langjährigen nahen Kollegen und Mitarbeitenden im Kopf. Aber was ist mit der neuen Buchhalterin, dem kürzlich eingestellten Azubi oder dem neuen Abteilungsleiter aus dem Konkurrenzunternehmen? 

Es ist also wichtig, dass dieses Unternehmens-Mindset transparent und offen allen Mitarbeitenden bekannt ist. Sogar ein Abgleich mit den eigenen Einstellungen, Werten, Haltungen ist dann möglich und gern gesehen. Denn wenn zwei Personen aus den gleichen Beweggründen einen Stein von der Straße rollen wollen, werden beide zufrieden sein und das Ziel viel schneller erreichen. 

Welche Chancen bietet es Unternehmen?

Wenn das Mindset, mit all seinen Ausprägungen innerhalb des Unternehmens klar definiert und, viel wichtiger, auch kommuniziert ist, werden sich im Laufe einer Transformationszeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden mit ähnlichen oder vereinzelt deckungsgleichen Werten und Ansichten. So können Unternehmenssinn und –werte nach außen getragen und für den Kunden eingesetzt werden.

Je näher sich die Mindsets von Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind, desto eher wird eine fruchtbare, langfristige und ausgefüllte Zusammenarbeit möglich. Wenn dann noch ein System existiert, wie mit Divergenzen umgegangen wird, werden beide Seiten Spaß daran haben, zusammenzuarbeiten, den Stein ins Rollen zu bringen.

Welche Herausforderungen gibt es?

Herauszufinden, welche Denkweise, welche Haltung Mitarbeitende oder anders herum ein Arbeitgeber hat, ist für beide Seiten nicht immer leicht. Selbst wenn sich diese beiden Mindsets in einigen Punkten decken oder ähnlich sind, die Zusammenarbeit produktiv und wohlwollend ist, kann sich im Laufe der Zeit einer der beiden weiterentwickeln und sich vom Mindset des anderen entfernen.

Ein System zu entwickeln, wie jetzt mit den Mitarbeitenden umzugehen ist, stellt eine echte Herausforderung dar. Die Onboarding-Phase eines Unternehmens kann dafür genutzt werden, das eigene Wertesystem täglich zu zeigen, das Mindset des Unternehmens erkennen zu lassen und die Umsetzung in der Praxis erlebbar zu machen. Andererseits kann hier ebenfalls die Haltung eines neuen Mitarbeitenden erkannt werden.

Fazit:

Arbeitgeber sollten bereits bei Einstellung das Grund-Mindset der Bewerber überprüfen. Das Arbeiten in schnellen, agilen Unternehmen und Verwaltungen oder Behörden ist ein unterschiedliches. Vieles können Mitarbeitende lernen, das Mindset jedoch bestimmt über Erfolg und Misserfolg.