Was ist Jobrotation und was haben Unternehmen davon?

Bei der Jobrotation wechseln Mitarbeitende systematisch in unterschiedliche Teams, um Fachwissen zu erlangen und weitere Unternehmensbereiche kennenzulernen. Abwechslung heißt die Devise bei Jobrotation, die gleichzeitig den Blick über den Tellerrand des jeweiligen Mitarbeiters fördert. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, wie Jobration aussehen kann:

1. Job Shadowing:

Ein Kollege wird über einen bestimmten Zeitraum von einem anderen begleitet, der ihm bei seinen Tätigkeiten über die Schulter schaut. 

2. Job Enrichment

Die bestehende Tätigkeit wird mit weiteren Aufgaben „angereichert“. Es handelt sich um eine Erweiterung, die sich auf die Quantität der Aufgaben bezieht. 

3. Job Enlargement

Die bestehende Tätigkeit wird mit einer höheren Verantwortung ausgestattet. Diese besteht in der Qualität, beispielsweise der Übernahme von Führungsverantwortung. 

4. Job Visiting

Zu einem festgelegten Anteil werden neue Aufgaben übernommen, ein Teil der alten Aufgaben bleibt aber bestehen, z. B. 60 % neue Aufgaben, 40 % übliche Aufgaben. 

5. Swapping

Hier tauschen Mitarbeiter ihre Aufgabenbereiche komplett. 

Welche Vorteile bietet Jobrotation?

Mitarbeitende, die durch Job Rotation unterschiedliche Aufgaben und Funktionen ausführen, profitieren in vielerlei Hinsicht. Monotonie am Arbeitsplatz kann gar nicht erst aufkommen. Die Flexibilität und Einsatzmöglichkeit der Mitarbeitenden wird erhöht, die Sozialkompetenz gefördert. Sich immer wieder auf neue Kollegen einzustellen, bedingt Offenheit und Empathiefähigkeit, die durch jeden Wechsel erneut gestärkt wird. 

Für das Team, das einen „rotierenden Mitarbeitenden“ aufnimmt, besteht der Vorteil vor allem darin, dass frische Ideen, weitere Kenntnisse und eine unverbrauchte Sichtweise Einzug halten. Das gesamte Wissen wird so im Unternehmen verteilt, Bereichsegoismus wird abgebaut. 

Das Unternehmen profitiert von Mitarbeitern, die durch Job Rotation ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge im Unternehmen aufgebaut haben. So sind z. B. notwendige Vertretungen schneller zu organisieren. Job Rotation hilft bei der Vorbereitung auf neue Verantwortung und dient damit auch der internen Entwicklung von Führungskräften.

Was sollten Unternehmen bei Jobrotation beachten?

Jede Einarbeitung geht mit einem erhöhten Zeit- und Kostenaufwand einher. Zudem entsteht Unruhe in den Teams, wenn ein erneuter Wechsel eintritt. Der einzelne Mitarbeitende, der ein Job Rotation Programm durchläuft, wird permanent neuen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Dies kann zu Überforderung führen. Job Rotation kann zu Kontroll- und Machtverlust bei den Mitarbeitenden führen, die ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereich einem Kollegen überlassen sollen. Davon wird nicht jeder begeistert sein. Womöglich wird ein Mitarbeiter als Führungskraft nicht ernst genommen, wenn von Anfang an klar ist, dass er nur für einen begrenzten Zeitraum die Aufgabe wahrnimmt.

Unser Praxistipp:

Job Rotation ist eine Möglichkeit, die – je nach Methode – leicht umsetzbar ist und viele Vorteile bietet. Erfahrungen haben gezeigt, dass die individuelle Kompetenz der Mitarbeitenden erhöht, das Miteinander im Unternehmen gestärkt und die Teamfähigkeit geschult wird. Mitarbeitende wachsen oftmals über sich hinaus. Fast automatisch! 

Fazit:

Wichtig ist es, die Mitarbeitenden mit ins Boot zu holen. Auch Mitarbeitende, die nicht selbst an Jobrotation interessiert sind, werden mit Kollegen, die in dem Team vorübergehend eingesetzt sind, konfrontiert. Ein zu häufiger Wechsel kann die Arbeitsqualität und Arbeitszufriedenheit negativ beeinflussen. Für Berufe mit hohem Spezialisierungsgrad oder gesetzlichen Anforderungen an die Fachkenntnisse eignet sich Jobrotation gar nicht oder nur sehr eingeschränkt.