Was ist eigentlich Design Thinking?

In immer mehr Unternehmen werden kreative Prozesse durch ganz bestimmte Methoden begleitet und durchgeführt. In sechs Schritten zum fertigen Produkt. So verspricht es das Design Thinking. Eine kreative Methode, um schnell und effizient neue Produkte mit Kundenfokus zu entwickeln. 

Wie ist Design Thinking entstanden?

Der Ursprung des Design Thinking ist bei den Produktdesignern zu finden, die zwar kreativ, aber doch strukturiert die Anforderungen ihrer Kunden in gebrauchsoptimierte Produkte umsetzen mussten. Der Kern dieser Methode ist also die Beobachtung und die Nutzerorientierung. 

Erfunden wurde die Methode von Professor Larry Leifer (Stanford University), Terry Winograd (Informatiker) und David Kelley (Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO). Seit 2007 fördert auch das Hasso Plattner Institut die Erforschung und Umsetzung von Design Thinking. 

Der Design Thinking Prozess kurz vorgestellt: Bevor man mit dieser Methode beginnen kann, ist es wichtig die Haltung des „Beginners Mind“ einzunehmen: „Ich weiß nichts!“ 

1. Phase: Verstehen

Hier wird die Ausgangssituation und das Problem definiert. Es gibt ein zu lösendes Problem aus Sicht des Kunden oder des Unternehmens und die Rahmenbedingungen sind transparent und geklärt. Es entsteht eine Liste mit Behauptungen von Kundenproblemen. 

2. Phase: Beobachten

Ziel ist es, die Bedürfnisse und Prioritäten der Kunden zu analysieren und sie nachvollziehbar zu verstehen. Hier können die Teammitglieder direkt mit Kunden sprechen und sich deren Probleme zeigen lassen. Hier ist man „nur“ Beobachter und Zuhörer.

3. Phase: Standpunkt definieren

Hier gibt es zwei wichtige Prozessschritte zu erledigen: Zuerst ist es notwendig die gewonnenen Eindrücke auf den Punkt zu bringen und zu formulieren. Danach skizziert man seinen Idealkunden, für den das Problem gelöst werden soll. 

4. Phase: Ideen entwickeln

In dieser Phase werden kreative Ideen für die definierte Zielgruppe entwickelt. Dabei geht es zuerst darum, alle Ideen wie im Brainstorming wertfrei zu sammeln. Hier darf auch gerne „geklaut“ werden. Was machen andere? Danach werden diese Ideen auf Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit oder andere vorgegebene Punkte bewertet. In einer letzten Runde werden die Ideen priorisiert, um nur die wichtigsten Aspekte für den Prototypen zu erhalten. 

5. Phase: Prototypen entwickeln

In dieser Phase werden alle präferierten Ideen in einen Prototyp übersetzt. Natürlich darf man einen Prototyp auch völlig verwerfen, wenn er nicht gut war. Denn ein Prototyp ist niemals fertig, sondern ein einmaliges Wegwerfprodukt und dient nur der Veranschaulichung. 

6. Phase: Testen

Wenn alle Ideen eingeflossen sind, wird dieser Prototyp ungefähr fünf Idealkunden vorgestellt, die ausgiebig testen sollen und dürfen. Das Feedback dieser Kunden ist Gold wert und enthält wertvolle Verbesserungsvorschläge, mit denen das Produkt wieder in die Phase 1 startet, bis es fertig entwickelt ist. 

Vorteile von Design Thinking für Unternehmen

Die systematische, aber doch offen-kreative Herangehensweise beim Design Thinking, führt zu einer strukturierten Vorgehensweise bei komplexen und ganz unterschiedlichen Fragestellungen. Mit dieser Methode lassen sich neue Services innerhalb des Unternehmens entwickeln, Umstrukturierungen im eigenen Unternehmen sind realisierbar, aber eben auch neue Produkte oder Geschäftsmodelle lassen sich designen. 

Vorteile von Design Thinking für Unternehmen

Die Herausforderung ist die Haltung, die für die erfolgreiche Implementierung in die Unternehmensabläufe notwendig ist, an jeden Mitarbeiter zu transportieren. 

1. Erst das Problem verstehen, dann nach Lösungen suchen. 

2. Der Kunde steht im Fokus, nicht das Produkt.

3. Nicht tragfähige Ideen MÜSSEN verworfen werden können. 

4. Erst aufhören, wenn die Idee umgesetzt ist.

 
Praxistipp:

Damit Mitarbeiter das Design Thinking kennenlernen können, kann der Prozess mit einem (externen) Design Thinking Coach an Beispielprojekten getestet werden. Alternativ kann im eigenen Unternehmen ein Hackathon veranstaltet werden, der mit der Methode Design Thinking bearbeitet wird. 

Fazit:

Design Thinking ist Methode und Haltung zugleich. Wenn die Methode sich im Unternehmen etabliert hat, also jedem die Vorgehensweise bekannt ist und es dann jedem leicht fällt, die Kundenbrille aufzusetzen, ist es ein unschlagbar schnelles und strukturiertes System. Damit lassen sich Abläufe, Services und Produkte so gestalten, dass sie nahe am Kunden und damit am Umsatz sind.