6 häufige Fehler bei Mitarbeiterbefragungen

Mit Blick auf den aktuell stark ansteigenden Arbeitskräftemangel müssen Unternehmen immer mehr in die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden investieren. Denn im Wandel der Arbeitswelt rückt der Mensch als Individuum immer mehr in den Fokus. Mitarbeiterbefragungen ermöglichen eine Stimmungsanalyse im Unternehmen. Das ist die Grundlage für weitere Handlungsmaßnahmen.

Um als Unternehmen langfristig erfolgreich sein zu können, benötigt es passende und motivierte Mitarbeitende und diese gilt es gleichermaßen zu finden und zu binden. Die Employee Experience spielt dabei eine zentrale Rolle. Also die Sicht der Arbeitnehmenden auf das Unternehmen. Und diese lässt sich nun mal nur durch Befragungen herausfinden.

Mitarbeiterbefragungen sind ein bewährtes Mittel, um zum einen die Stimmung im Team zu erfassen und zum anderen gezielte Maßnahmen einsetzen zu können. Nur wenn Unternehmen aktiv nachfragen, erfahren sie auch, wo genau noch Herausforderungen zu bewältigen sind oder Chancen auf sich warten. Doch bei der klassischen Mitarbeiterbefragung gibt es einige Stolpersteine, die auf sich warten.

Hier erfahren Sie 6 häufige Fehler bei der Mitarbeiterbefragung und wie Sie damit umgehen können.

1. Es gibt gar keine Mitarbeiterbefragung

Gar keine Befragung? Das sollte im besten Fall so nicht sein, ist aber leider immer noch häufig in der Praxis zu finden. Keine Befragungen durchzuführen schadet sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitenden. Denn wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, sich nicht gehört zu fühlen, schwindet über kurz oder lang die Motivation und die Arbeitsproduktivität sinkt. Dadurch haben Unternehmen klare Nachteile.

Außerdem lassen sich Unternehmen, die keine Befragungen durchführen, Verbesserungen und Ideen der Mitarbeitende entgehen. Eine Weiterentwicklung ohne die Einschätzung der Menschen, die wirklich tagtäglich die Arbeit verrichten, wird nicht zielgerichtet sein. Keine Befragung durchzuführen sollte also keine Option sein.

2. Es gibt nur eine jährliche Befragung

Lieber einmal jährlich als gar nicht. Ja, das mag vielleicht stimmen, aber ein wirklich repräsentatives Ergebnis werden Unternehmen damit nicht bekommen. Durch den großen zeitlichen Abstand der Befragungen können Unternehmen keine Verbesserung oder Verschlechterungen neu eingeführter Maßnahmen herausarbeiten.

Es handelt sich bei der Befragung lediglich um eine Momentaufnahme und keine Verlaufsanalyse. Auf der Grundlage dieser Daten konkrete Maßnahmen zu planen, kann für das Unternehmen ganz schön teuer werden, wenn sich nach einigen Jahren herausstellt, dass sich an der gesamten Stimmung nichts geändert hat.

Kontinuität is the Key! Regelmäßige Befragungen in kurzen Abständen ermöglichen dem Unternehmen ganz andere Einblicke. Die Ergebnisse werden nicht so stark verzerrt wie etwa bei der jährlichen Befragung. Unternehmen haben so die Möglichkeit, die Effektivität und Belastbarkeit neu eingesetzter Maßnahmen, Modelle und Konzepte zu überprüfen. So ist schnelles reagieren auf positive und negative Trends möglich.

3. Die Mitarbeiterbefragung ist zu umfangreich

Fakt ist, dass Befragungen, die schlichtweg zu umfangreich sind, nicht regelmäßig in den Arbeitsalltag integriert werden können. Das führt dann dazu, dass Befragungen nur noch jährlich stattfinden oder irgendwann gar nicht mehr. Die Gefahr, dass die Mitarbeitenden einfach nicht daran teilnehmen, da sie sich für eine umfangreiche Befragung kaum regelmäßig ein Zeitfenster blockieren können, ist sehr groß.

Darüber hinaus lässt die Konzentration bei einer zeitintensiven Befragung irgendwann nach und die Ergebnisse könnten verfälscht werden. Eine geeignete Variante sind Puls-Befragungen. Der Vorteil ist, dass Stimmungen schnell erfasst werden können und Unternehmen zeitnah darauf reagieren können.

4. Das Ziel der Befragung wird nicht kommuniziert

Wenn Mitarbeitende ohne Ankündigung und Hintergrundinformationen an einer Befragung teilnehmen sollen, werden sie sehr wahrscheinlich skeptisch an die Sache herangehen. Und das kann die Ergebnisse ebenso verfälschen.

Wenn Unternehmen jedoch von Anfang an transparent sind und ihren Mitarbeitenden mitteilen, dass sie diese Befragung beispielsweise durchführen, um ihre Arbeitgebermarke zu verbessern, dann ist die Chance einer ehrlichen Teilnahme viel höher. Denn so haben die Mitarbeitenden das Gefühl, mit ihrer Stimme auch wirklich was bewirken zu können. Und auch Unternehmen hilft eine klare Zielformulierung, um nicht den Fokus bei Befragungen zu verlieren.

5. Die Ergebnisse sind nicht transparent

Wenn Mitarbeitende an einer Befragung teilnehmen, dann sind sie in der Regel auch an den Ergebnissen interessiert. Diese zurückzuhalten und nicht öffentlich zu präsentieren, kann die Gerüchteküche im Unternehmen nur unnötig anfeuern.

Wenn Unternehmen jedoch die Ergebnisse transparent halten und dazu gleich Stellung beziehen, geben sie den Mitarbeitenden einen Ausblick. Beispielsweise könnten Unternehmen formulieren, auf welche positiven Ergebnisse sie wirklich stolz sind und welche Ergebnisse Verbesserung bedürfen und bestimmte Maßnahmen nach sich ziehen.

6. Es folgen keine Handlungen

Das wohl schlimmste, was Unternehmen nach einer Befragung tun können, ist: nichts zu tun. Nahezu jede Befragung wird Ergebnisse hervorbringen, die einen Auftrag zur Veränderung markieren. Darauf nicht zu reagieren wird Mitarbeitende nicht nur verärgern, sondern langfristig demotivieren. Selbst wenn die Ergebnisse einen dauerhaften positiven Trend abzeichnen, müssen Unternehmen überlegen, wie sie eben diesen aufrechterhalten.

Auch hier empfiehlt es sich, die geplanten Veränderungen auf Grundlage der Ergebnisse offen zu kommunizieren. In Verbindung mit regelmäßigen Befragungen werden Unternehmen so auch schnell erfahren, ob diese den gewünschten Effekt erbringen.

Fazit:

Mit Mitarbeiterbefragungen geben Unternehmen den Menschen im Unternehmen ein Sprachrohr. Sie haben das Gefühl, an Veränderungsprozessen mitwirken zu können. Das ist nicht nur wertschätzend, sondern erhöht auch die Zufriedenheit und Verbundenheit zum Unternehmen. Wichtig ist dabei die kontinuierliche und regelmäßige Befragung, um wirklich sinnvolle Maßnahmen ergreifen und deren Erfolg überprüfen zu können.